Nah bei den Menschen

28.01.2026 Informationsvorträge Pflegesituation

Wer kann das noch bezahlen?

Bei der Informationsveranstaltung des SoVD Ortsverbandes Lunden ging es um das Thema Pflege. Dr. Thorsten Harbeke vom Landesverband des Sozialverbandes Deutschland und Frau Katja Klinckhamer, selbstständige Pflegeberaterin aus Heide, informierten umfassend zu diesem Thema. Die Teilnehmer waren erstaunt und teilweise entsetzt über das, was sie da erfuhren. Ein Platz im Pflegeheim ist teuer, sehr teuer. Im Durchschnitt liegt der Eigenanteil in Schleswig-Holstein aktuell bei über 3200 Euro pro Monat, Tendenz steigend. Selbst mit einer überdurchschnittlich üppigen Rente ist das kaum zu stemmen. In vielen Fällen springt deswegen das Sozialamt ein. Mit der sogenannten „Hilfe zur Pflege“ übernimmt das Amt die Kosten, die sich Pflegebedürftige nicht leisten können. Diese setzen sich aus verschiedenen Teilen zusammen. Da ist zum einen die eigentliche Pflege, Kosten für Unterkunft und Verpflegung, obendrein die Investitionszulage. Dieser letzte Punkt soll die Heime in die Lage versetzen, Reparaturen und Modernisierungen zu tätigen. Da die meisten Bundesländer zu wenig Geld in die Hand nehmen, holen sich die Heimbetreiber diese Kosten von den Pflegebedürftigen und deren Familien.

In Schleswig-Holstein dürfen Heimbetreiber den sogenannten Selbstzahlern eine höhere Investitionszulage in Rechnung stellen – anders als in den meisten anderen Bundesländern. Mit anderen Worten: Wer selbst zahlt, zahlt drauf. Die meisten der zu Pflegenden werden in der Familie betreut. Die Probleme, die sich hier auftun, werden völlig unterschätzt und von der Politik vernachlässigt.

Dr. Thorsten Harbeke ist sich sicher: „Hier ist ganz klar die Politik gefordert. Am besten wäre eine Pflegevollversicherung plus Bürgerversicherung“. Dieser Forderung konnten sich alle Anwesenden anschließen.

Frau Klinckhamer erklärte den Teilnehmer den Leistungsdschungel der Pflegeversicherung. Die Teilnehmer hatten viele Fragen. Alle Fragen wurden kompetent und geduldig von Frau Klinckhamer beantwortet. Allen war anschließend klar, wie kompliziert dieser Leistungskatalog ist und wie wichtig es ist, dass es Pflegeberater gibt.

Der Sozialverband Deutschland hilft in vielen sozialen Angelegenheiten. Wir vertreten unsere Mitglieder bis zum Sozialgericht. Gerade die Auseinandersetzungen rund um die Themen Pflege und Rente nehmen immer mehr zu. Da lohnt es sich, Mitglied beim SoVD zu sein. Und je länger man dabei ist, umso besser ist es. Mal schnell in den SoVD eintreten und dann wieder raus ist eine Milchmädchenrechnung. Die Gemeinschaft macht uns stark.

Irmgard Fleig